Gefahren beim Computerkauf

Was mir in letzter Zeit immer wieder auffällt ist, dass Kunden beim Kauf eines neuen PCs sehr oft falsch beraten werden! Das kann einerseits daran liegen, dass die Verkäufer selbst durch massive Werbung geblendet werden oder mehr Profit erzielen möchten. Dabei ist es gar nicht so schwer, das optimale Gerät zu finden und kostensparend zu entscheiden. Es gibt viele Gefahren beim Computerkauf die es zu beachten gilt.

Grundlegendes

Zuerst musst du überlegen, für welchen Zweck du das Gerät überhaupt benötigst. Überlege zuerst, ob du Videos schneiden, komplexe Grafikanwendungen nutzen, mit AutoCAD technische Zeichnungen erstellen oder komplexe Spiele spielen möchtest (High-End-Bereich).

Oder bist du nur der Internet- und Office-Nutzer der ausschließlich Websites besucht,
E-Mails und Briefe schreibt, Musik, Bilder, und Videos anhört bzw. ansieht und auf diversen Social Media-Plattformen aktiv sein möchte?

Ca. 80% werden bei zweiterem zustimmen und genau hier liegt die erste grundlegende Gefahr. Die meisten Händler werden dir ein sehr leistungsfähiges, teures Gerät empfehlen, obwohl du es nicht benötigst. Häufig werden 400 – 800 Euro zu viel gezahlt, obwohl die hohe Performance nicht benötigt wird.

Wie kannst du das verhindern? Ein gewisses Maß an Grundwissen bezüglich Computerhardware ist dazu notwendig.

Es geht hauptsächlich immer um die Komponenten Prozessor (CPU), Arbeitsspeicher (RAM), SSD und Festplatte (HDD), Grafikkarte und Mainboard (auch als Hauptplatine oder Motherboard bekannt).

Prozessor – die Kerne sind wichtig!

Es ist die Rückseite eines Desktop - Prozessors zu sehen!

Der Prozessor kann eine bestimmte maximale Anzahl von Rechnungen pro Sekunde durchführen, deshalb ist er auch das wichtigste Gerät in deinem Computer.

Es wird in der Werbung immer von GHZ (Gigahertz) gesprochen. Faustregel: Je mehr Gigahertz, desto besser! Achtung: Sehr oft wird verschwiegen, wie viele Kerne (Cores) der Prozessor zur Verfügung stellt.

Beispiel: Es wird ein Gerät mit 2,8 GHZ und nur einem Kern (Single Core, heutzutage unüblich) oder ein Gerät mit 2,8 GHZ und zwei oder vier Kernen (Dual – Core, Quad – Core) verkauft. Die Geräte mit mehreren Kernen sind natürlich leistungsfähiger.

Was ich damit sagen will ist, frag beim Kauf explizit nach wie viele Kerne der Prozessor aufweist. Für den ganz gewöhnlichen Gebrauch (Stand 2025) reichen im Normalfall 4 Kerne aus.

Nur wer Videos schneidet, komplexe Grafikanwendungen nutzt, mit AutoCAD technische Zeichnungen erstellt oder komplexe Spiele spielt sollte zu mehr als 4 Kernen greifen.

Zwei RAM - Riegel eines unbekannten Herstellers

Arbeitsspeicher (RAM) – je mehr GB desto besser!

Der Arbeitsspeicher spielt eine weitere wichtige Rolle. Wie der Name schon sagt, kann sich dieser laufende Arbeitsvorgänge die wir am Gerät ausführen merken.

Vergleiche den Arbeitsspeicher mit deinem Kurzzeitgedächtnis – je größer es ist, desto mehr kannst du dir gleichzeitig merken. Genau so ist es auch beim RAM. Faustregel: Je mehr GB (Gigabyte) Arbeitsspeicher, desto leistungsfähiger ist dein Computer.

Hier kannst du nicht so einfach hinter das Licht geführt werden. Für den Normalgebrauch reichen meist 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher aus. Nur der High-End-Bereich benötigt 32, 64 oder mehr Gigabyte Arbeitsspeicher.

SSDs und Festplatten – SSDs bevorzugen!

Die Hardware eines Solid State Drives in blauer Farbe!

Das sogenannte Solid State Drive oder abgekürzt SSD ist ebenfalls ein wichtiges Hardwareteil was vor allem für die Geschwindigkeit und die Lebensdauer des Computers wichtig ist.

Bis vor kurzem verwendete man hauptsächlich Festplatten welche aber sehr schnell kaputt gehen und in der Regel auf Grund ihrer komplexen Mechanik sehr langsam sind.

Festplatten sind/waren oft auch der Grund, warum so manches Gerät obwohl teuer gekauft sehr langsam startet oder verzögert reagiert.

Wenn heutzutage Computer gekauft werden, sollte auf interne Festplatten so weit wie möglich verzichtet und nur mehr eine SSD zum Einsatz kommen.

Was haben SSDs und Festplatten gemeinsam?

Sie können sich deine erstellten Daten auch auf lange Sicht merken (speichern, wie unser Langzeitgedächtnis). Das bedeutet, auch wenn der PC ausgeschaltet wird, geht nichts verloren.

Hier gilt die gleiche Faustregel wie beim Arbeitsspeicher: Je größer die SSD/Festplatte ist (je mehr GB – Gigabyte), desto besser! Für den Normalgebrauch sollten 500-1000 Gigabyte vollkommen ausreichen, oft werden dir aber gleich 2000 Gigabyte (= 2 Terabyte) oder sogar mehr angeboten. So viel Speicherplatz benötigt man in der Regel aber nur im High-End-Bereich.

Eine Grafikkarte mit roten Verzierungen!

Grafikkarte – für High-End-Anwendungen!

Ein großer Preistreiber ist auch häufig die sogenannte Grafikkarte. Ein reiner Büro-PC benötigt keine separate Grafikkarte. In derartigen Geräten, befindet sich der kostengünstige Grafikchip meistens direkt im Prozessor (Grafikeinheit).

Für den Videoschnitt und komplexe Grafikanwendungen wie Photoshop oder AutoCAD sollte zumindest eine Grafikkarte von NVIDIA oder AMD aus dem mittleren Preissegment genutzt werden (meistens 300 Euro aufwärts). Eine solche Grafikkarte sollte einen Grafikprozessor (GPU) mit mindestens 1,5-2,5 GHz und einem Videospeicher von mindestens 8GB aufweisen.

Wer viel Wert auf komplexe Spiele in höchster Auflösung und ohne Ruckler in 4K oder 8K legt, der muss eine Grafikkarte von NVIDIA oder AMD mit einem Grafikprozessor (GPU) mit 2,5-2,9 GHZ und einem Videospeicher mit mindestens 24 GB kaufen (900 Euro aufwärts).

Mainboard – Quality matters!

Ein dunkelfärbiges Motherboard mit CPU - Sockel - es wurde noch kein Prozessor eingesetzt!

Nun komme ich noch zu einem Hardware-Teil, welches viel zu wenig beachtet wird, das sogenannte Mainboard. Alle Geräte in deinem Computer laufen auf dieser sehr wichtigen Platine zusammen – deshalb bezeichnen das Mainboard auch viele als Motherboard.

Nur wenn diese Platine stabil und qualitativ hochwertig produziert wird, können auch die bereits genannten Teile reibungslos miteinander funktionieren. Auch auf längere Zeit gesehen, ist es meistens das Mainboard, das neben der Festplatte als erstes kaputt geht.

Tipp: Frage nach dem Hersteller des Mainboards beim Kauf eines neuen Computers (auch bei Laptops und Tablets etc.). Sehr oft wird hier gespart und es werden billig produzierte Platinen mit niedriger Qualität verbaut.

Asus und Gigabyte sind gute Hersteller, ich tendiere aber eher zu Asus da ich in der Praxis bisher die besten Erfahrungen damit gemacht habe.

Bei einem Notebook kann man meistens nicht entscheiden, welches Mainboard genutzt wird. Aus diesem Grund sollte auch hier auf bewährte Marken wie Asus zurückgegriffen werden.

Ein schwarzes Netzteil aus einem Stand - PC!

Netzteil – Qualität und ausreichend Power!

Ähnlich wie beim Motherboard verhält es sich beim Netzteil. Kaufst du einen Komplett – PC wirst du auch hier nicht direkt erfahren, welche Marke und Leistung der Power Supply aufweist. Leider wird auch hier sehr häufig minderwertige Hardware verbaut um den Preis um ein paar Euro weiter nach unten zu drücken.

Frage vor Ort nach der Marke und Leistung des Netzteils – nur ein qualitativ hochwertiges Netzteil mit ausreichender Wattzahl garantiert einen stabilen Betrieb der verbauten Hardware. Neben Mainboards und Festplatten ist es das dritthäufigste Gerät beim Computer welches kaputt wird.

Im Office – Bereich reichen häufig Netzteile mit 300 – 400 Watt! Im High-End-Bereich sieht das schon anders aus. Generell sollte ein Netzteil verwendet werden, das eine höhere Leistung zur Verfügung stellt als benötigt wird. Dadurch können Störungen und Stromschwankungen leichter ausgeglichen werden und es kommt standardmäßig sehr selten zur Überforderung der Hardware (Geräte im Inneren).

Bei einem Notebook kann man meistens nicht entscheiden, welches Netzteil genutzt wird. Aus diesem Grund sollte auch hier auf bewährte Marken wie Asus zurückgegriffen werden.

Du siehst also, wenn man sich mit der Materie ein wenig beschäftigt, kann man nicht so leicht „über den Tisch gezogen werden“.

Kauf nicht die Katze im Sack!

Kennst du deine Hardware? Welche Erfahrungen hast du bisher beim Computerkauf gemacht?

Standardbild
Gerald Leitner

Mein Name ist Gerald Leitner und schon als Kind hatte ich das Bedürfnis, meinen Nachbarn in meiner Heimat Bad Mitterndorf bei ihren PC-Problemen zu helfen. Diese frühe Leidenschaft für Technologie begleitete mich durch meine Ausbildung und darüber hinaus.

Ich absolvierte meine Ausbildung als IT-Fachmann an der Handelsschule für Informationstechnologie in Bad Aussee und vertiefte mein Wissen durch autodidaktisches Lernen. Nach drei weiteren Jahren maturierte ich in Graz und entschied mich rasch, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

In dieser Zeit erwarb ich auch die „Internet and Computing Core“- sowie die „Office Specialist Certification“ von Microsoft. Von 2008 bis 2024 unterrichtete ich als IT-Trainer Kursgruppen unterschiedlichster Altersgruppen für das Unternehmen Institut 2F.

Während dieser Zeit konnte ich viele Anfängerkurse sowie Fortgeschrittenen-Kurse im Bereich Microsoft Office (Word, Excel, Outlook und PowerPoint) erfolgreich durchführen.

Zudem habe ich Webdesign-Schulungen mit WordPress für Firmen abgehalten und Multimedia-Schulungen zum Thema Bildbearbeitung mit Photoshop Elements und Videoschnitt mit Adobe Premiere Elements durchgeführt. Ich konnte in all diesen Bereichen meine Expertise weiter ausbauen und viele Teilnehmer auf ihrem Weg zu mehr IT-Kompetenz begleiten.

Neben meiner beruflichen Tätigkeit beschäftige ich mich auch privat, sofern es die Zeit erlaubt, intensiv mit meiner Leidenschaft für IT. Laufende Schulungen und autodidaktische Weiterbildung sind für mich unerlässlich, da der Bereich, in dem ich tätig bin, stetigen Änderungen unterliegt.

So habe ich in den letzten Jahren mein Wissen insbesondere in den Bereichen Netzwerktechnik, Webdesign mit WordPress und Microsoft 365 weiter ausgebaut, um meine Kunden auch in diesen Bereichen kompetent beraten zu können.

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